Karate – Erste Wettkampferfahrungen – 3 Wettkämpfe, 3x Treppchen

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Berichtenswert in der Geschichte der jungen Karate-Abteilung sind erste Wettkampfteilnahmen. Positiv hervorzuheben ist, dass es weder im Wettkampf, noch im vorbereitenden Training dazu Verletzungen gab. Dies liegt vor allem an der Disziplin. Dort steht der Respekt vor dem Gegner an erster Stelle.

Am 15.Januar 2025 besuchten Klaus und Peter einen Kampfrichter-Lehrgang in Berlin. Von morgens 10 Uhr bis nachmittags 17 Uhr erklärte Andreas Heß (Kampfrichter-Referent des Berliner Karate Verbandes e.V.) die Regeln, diskutierte mit den ca. 20 Teilnehmern Bewertungskriterien und übte in wechselnden Rollenspielen die Aufgaben von Haupt- und Seitenkampfrichtern. Wichtig war die Plausibilisierung des vom Weltverband vorgegebenen Punktesystems. Während es im Jahr 1980, als Peter mit Karate anfing, nur einen Punkt gab, der dann auch den Sieg bedeutete, gibt es heute nicht selten über 10 Punkte pro Kampf. Für eine Fausttechnik zum Bauch gibt es nur einen Punkt. Mit einer sauberen Fusstechnik zum Kopf lassen sich drei Punkte erzielen. Andreas betonte, dass die Kampfrichter das Verletzungsrisiko durch sofortige Bestrafung mit Punktabzug bei „Impact“ am Kopf minimieren können.

Nach diesem Lehrgang gestaltete sich die Vorbereitung auf die erste Wettkampfteilnahme wie folgt. Eine Reihe von Strategien, sowohl für den Angriff, als auch für die Verteidigung wurde geübt und durch häufige Wiederholungen automatisiert. Als erster Wettkämpfer wurde Jonas auf den Bansai-Cup in Berlin begleitet. Auf diesem internationalen Wettkampf starten über tausend Teilnehmer aus über 20 Ländern. Jonas trat in seiner Gewichtsklasse (Senioren, +84 kg) und in Allkategorie an. Tatsächlich konnte er mit starkem Einsatz und etwas Glück den 3. Platz in seiner Gewichtsklasse erringen (Foto 1). Wir gratulieren! In der Allkategorie hatte Jonas keine Chance. Die Gegner waren kleiner und so schnell, dass, da ja keine Trefferwirkung erlaubt ist, Personen über 70 kg im Nachteil sind. Herausragend war ein drahtiger Ukrainer, der wie ein Peitsche kämpfte.

Am 22.11.25 waren nun unsere Kinder das allererste Mal am Start. Es handelte sich um das vom Brandenburger Dachverband dreimal im Jahr angebotene Kinder- und Jugendturnier, meistens durchjgeführt in Beelitz. Susi bereitete durch Zusatz-Training unser Kata-Team (drei Personen zeigen synchron einen Schattenkampf) auf den ersten Einsatz vor. Mit Lotta, Marla und Nils wurden drei verschiedene Katas einstudiert. Mit dabei war auch Lexi, die nicht mehr in der Katagorie Schüler, sondern Jugend teilnahm (Foto 2). Als Betreuer waren Susi, Peter, Martin, Ringo und Steve mitgekommen. Alle waren von der großen Teilnehmerzahl (über 200 Kinder) überrascht. Trotz drei Kampfflächen, die gleichzeitig im Einsatz waren, war der Druck auf die Sportler groß. So kam es, dass nicht alle Meuroer Kinder das im Training vielfach mühelos gezeigte auf die Matte bringen konnten. Wir haben davon gelernt! Glücklich kam Marla davon. Sie erreichte in ihrer Alters- und Gürtelgruppe den 2. Platz (Foto 3). Wir gratulieren! Beim Kumite (Freier Kampf) schauten alle Meuroer zu, was die Kinder aus ganz Brandenburg zeigten. Nils entschied sich dafür, beim nächsten Mal in dieser Disziplin anzutreten. Dazu gehört eine Portion Mut. Stolz sind wir auf unser Kata-Team (Fotos 4 und 5). Im ersten Duell setzten sich Marla, Lotta und Nils mit 3:0 durch. In der 2. Runde schieden sie mit 1:2 aus. Wir gratulieren!

Am 28.03.26, also nur vier Monate später, traten wir an der gleichen Stelle wieder an. Enttäuscht wurden Marla, Nils und Julius, die gut auf den Kata-Team-Wettkampf vorbereitet waren, denn sie durften gar nicht starten. Nils und Julius wurden in die Jugend eingruppiert. Kata-Team wurde aber nur für Schüler angeboten. Wir lernen dazu, schmerzlich. Alle drei Sportler starteten dann in der Disziplin Kata Einzel an. Alle drei zeigten Nerven, d.h. brachten das Trainingsergebnis auf die Matte. Aber, die Konkurrenz war zu stark. Marla schied in der ersten Runde aus, Nils und Julius im zweiten Durchgang. Die Gegner waren teilweise bis zu drei Gürtelgrade weiter und zeigten Katas auf Schwarzgurt-Niveau. Peter und Ringo versuchten unsere enttäuschten Kinder zu beruhigen. Mit einmal pro Woche Training ist mehr nicht möglich. Andere Trainer stimmten Peter zu, dass die Gewinner hier keine Anfänger waren, also eigentlich nicht in diesen als Anfängerturnier ausgeschriebenen Wettkampf gehören. Mit Sorge erwartete Nils nun seinen Kumite (Freikampf)-Start. Der Gegner trug den braunen Gürtel. Aber, Nils zeigt Nerven. Mit den einstudieren Kombinationen, die er in Meuro gegen große und kleine, junge und fortgeschritten Karateka über hundert Mal geübt hatte, bezwang er seinen Gegner mit 13:3 (dreizehn zu drei, kein Schreibfehler). Wow! Auch der Coach des Gegners war beeindruckt und schüttelte Peter, der ganz ruhig – Quatsch, total aufgeregt, aber mit minimaler Lautstärke nach jedem „Treffer“ Nils gelobt und auf den nächsten Angriff bzw. Konter eingestimmt hatte – die Hand. „Treffer“? Nein, bei der Jugend ist Berührung am Kopf verboten. Nils hatte in der ersten Kampfhälfte eine wunderbare Fußtechnik zum Kopf des Gegners gezeigt, diesen aber berührt. Der Hauptkampfrichter unterbrach deshalb den Kampf und sprach eine Verwarnung aus. Huh, das war knapp. Hätte Nils den Gegner nicht berührt, wären dafür drei Punkte möglich gewesen. Ja, wenn nach diesem Kampf eine Pause gekommen wäre, hätte sich Nils ausruhen können. Aber, da es in der Gruppe +52 kg nur drei Starter gab, durfte er nur kurz etwas trinken und mußte gegen einen ausgeruhten Gegner ran. Nils war müde und führte die Angriffe zu kurz aus. Der Gegner erkannte dies und konterte. Damit lag Nils 0:1 hinten. Jetzt gelang es Peter nur schwer Nils zu beruhigen, aber Nils führte trotzdem eine eingeübte Kombination aus, die ihm zwei Punkte einbrachte, 2:1. Jetzt fühlte sich Nils sicher, war aber müde und kassierte das 2:2. Der Doppelgong ertönte und der Kampf war zu Ende. Unentschieden? Leider nicht. Im Falle des Punktegleichstands gewinnt der, der den ersten Punkt gemacht hat. Schade. Peter wird Nils beim nächsten Wettkampf nach eine vier-Punkte-Führung zum Kraftsparen auffordern. Insgesamt sind wir mit dem 2.Platz von Nils (Foto 6) hoch zufrieden und gratulieren! Julius (Foto 7) hat alles aufmerksam verfolgt. Er will beim nächsten Wettkampf auch im Kumite starten. Na, wenn das keine ermutigende Perspektive ist.