Derbysieger! – Spielbericht MSV – VfB Klettwitz

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Der MSV feiert den 2. Saisonsieg und behält im Amtsderby gegen die Nachbarn aus Klettwitz die Oberhand.

Sonntagmorgen und bei einigen Spielern waren kleine Fragezeichen über dem Kopf. Kann das Kellerduell stattfinden? Der regional bekannte Sumpf am Graben bekam durch beständige Regenfälle ordentlich Futter und verwandelte eine ehemals grün leuchtende Rasenfläche in eine Ebene, die eher einer Kuhweide glich. Der Regen verschwand im Laufe des Vormittags und er kam auch nicht wieder. Der Platz blieb aber gleich. Dem zum Trotz machten sich beide Mannschaften warm und schafften es, das letzte verbliebene grüne Fleckchen umzuwühlen.

Im Vergleich zur Nicht-Leistung gegen Schlepzig/Lübben kehrten mit Gerlach, Großert und Schädler ganz wichtige Säulen zurück ins Team. Ihr Mitwirken machte sich sofort bemerkbar. Stabilität, Kreativität und fußballerische Extraklasse sorgten für eine selten gesehene Leistung der Heimelf, zumindest in der ersten Hälfte.

Denn dort übernahm der MSV von Beginn an die Initiative. Meuro agierte sicher im Spielaufbau und schaffte es immer wieder, Poick auf der rechten Spielfeldseite in Szene zu setzen. Seine Flanken waren zwar ausbaufähig, dass er aber überhaupt so freigespielt wurde, war als Erfolg zu verbuchen.

Die in der Vorsaison oft gesehene Kombination von Gerlach auf Leppin brachte dem MSV eine erste gute Möglichkeit. Klettwitz vertändelte den Ball im Aufbauspiel und Gerlach übernahm das Spielgerät. Der Heber über die Abwehr vom Kapitän fiel dem Meuroer Bohnenstangenstürmer vor die Füße und sein schlechter getroffener Abschluss wurde von Schetterer in der kurzen Ecke pariert.

Direkt danach gab es das nächste dicke Ding. Klettwitz verlor in der gegnerischen Hälfte den Ball und mit 2 schnellen Pässen über Klix und Schädler durfte Letztgenannter sprinten. Im Strafraum musste er das Tempo rausnehmen und den Querpass versuchen, dort war aber noch ein Bein des Abwehrverbundes der Gäste dazwischen.

Fast im Minutentakt boten sich dem MSV nun Abschlussmöglichkeiten. Über rechts wurde Adam ins Spiel gebracht und in Arjen Robben Manier zog er nach Innen. Sein erster Abschluss wurde geblockt, den Rebound verbuchte Klix und der gab Adam erneut die Chance seine Abschlussqualitäten zu zeigen. Aus 18 Metern war das aber zu wenig, um Schetterer Angst zu machen.

Angst machen musste den Zuschauern dann Krüger. Er und Adam gingen zum Ball, den der Meuroer klar vorher erreichte. Der Klettwitzer vertauschte wohl Ball und Gegner und trat Adam überhart um. Mit Gelb war er da bestens bedient.

Kurz danach fiel das hochverdiente 1:0 durch einen Fehler des Klettwitzer Keepers. Sein Abstoß wurde durch Gerlach abgefangen und Schädler postwendend in den Lauf gespielt. Entgegen der Laufrichtung von Schetter schloss er ab. Am Torjubel konnte man erkennen, dass da einiges an Last auf Seiten der Meuroer abfiel. Die Ergebnisse der Vorwochen waren nicht immer leicht zu verarbeiten, umso wichtiger war hier eine Führung.

Klettwitz war anscheinend wachgerüttelt und schaffte es etwas mehr, die Bälle in der Meuroer Hälfte zu halten. Kurtz durfte aus dem Halbfeld einen Freistoß vors Tor von Zerna schlagen, der richtig gefährlich wurde. Krüger lief ein, Zerna blieb auf der Linie und kurz vor der Kiste verpasste der Stürmer. Kurtz’s Visier war jetzt scharf gestellt. Nach einem Foul von Adam, bei dem er sich dann Gelb abholte, durfte er aus ähnlicher Position erneut zum Freistoß antreten. Diesmal ging er auf den Abschluss und Zerna musste das Ding aus dem Winkel holen.

Meuro spielte unbeeindruckt weiter und kam durch Adam zum 2:0. Gerlach ging durchs Mittelfeld, schob für Adam durch die Gasse und der vollendete in die kurze Ecke. Bereits sein drittes Saisontor.

Das Dritte legte dann Schädler nach. Krüger, der Gelb vorbelastet Leppin noch einmal umtrat, verlor an Meuros Toptorjäger in der eigenen Hälfte den Ball und der schob durch für Schädler. Allein vor Schetterer blieb er wieder cool und veredelte. Die gefühlte Vorentscheidung, betrachtete man den bisherigen Spielverlauf.

Gut erzogen, wie Schädler hinlänglich bekannt ist, revanchierte er sich bei Leppin. Klettwitz verlor erneut den Ball im Aufbauspiel, Gerlach hob ihn über die Abwehr auf Schädler und der behauptete sich im Strafraum. Unfreiwillig überließ er für Leppin, der Kromer umkurvte und mit Hilfe des Innenpfostens einschob. Der Schlusspunkt in Hälfte Eins, bei dem der MSV noch einiges an Chancen liegen ließ. Insbesondere die Standards erzeugten kaum Gefahr.

Meuro ging höchst zufrieden in die Halbzeit. Endlich bekam man mal beide Füße auf den Platz und war dem Gast in allen Belangen überlegen. Das sollte sich mit Wiederanpfiff ändern. Die Gäste wechselten vierfach und ab da an war es ein ausgeglichenes Spiel, bei dem die Heimelf beste Möglichkeiten liegen ließ.

Die Erste gab es keine 5 Minuten nach Wiederanpfiff. Leppin setzte sich links im Mittelfeld gegen zwei Gegenspieler durch und spielte mit Gerlach den altbekannten Doppelpass. Fast von der Grundlinie spielte er in den Rückraum. Der auf Gerlach geplante Pass landete bei Schädler, doch der Abschluss von der Strafraumkante war keine große Herausforderung für Schetterer.

Klettwitz mit mehr Kontrolle und vor allem mehr Einsatz belohnte sich für die starke Anfangsphase. Lehnigk setzte Woznica in Szene und schon stand es nur noch 4:1. Alleine vor Zerna schob er nach starkem Zuspiel ein. Ein Lebenszeichen, welches für mehr Offensivaktionen des Gastes sorgen sollte.
Meuro war eingeschüchtert und suchte in der Folge die Ordnung in der Hintermannschaft. Das Aufbauspiel verebte und Klettwitz gewann die Oberhand. Wenn der Gast jedoch den Ball verlor, ging es ganz schnell in die andere Richtung. Leppin schickte Schädler und der wurde von Werner mit einer beherzten Grätsche mit der offenen Sohle an der Wade getroffen. Erneut nur Gelb, dafür aber Strafstoß für die Heimelf. Leppin, der auf das Tor in der vergangenen Saison zwei Mal durch wegrutschen vergab, drückte Gerlach die Verantwortung in die Hand und der trat an. Er rutschte nicht weg, vergab aber ebenfalls. Der Elfmeter war zu platziert und trudelte vom Innenpfosten die Linie entlang und kam neben dem Tor zum stoppen.

Wahrscheinlich noch erleichtert entfloh dem Gast kurzzeitig die Konzentration und Meuro sorgte für die Vorentscheidung. Klettwitz mit dem Ballverlust im Aufbauspiel, Leppin übergab für Gerlach und der lief. Schädler lief auch, bekam den Ball perfekt serviert und durfte seelenruhig einschieben. Hattrick für den Rückkehrer, der vor Spielwitz nur so strotzte. Die Woche Pause tat ihm sichtlich gut.

Die eingewechselten Spieler der Gäste glaubten aber noch an den Sieg und kamen zum vermeintlichen 5:2. Woznica hob einen Freistoß wunderbar über die Abwehr des MSV und Lehnigk lief ein. Seine artistische Direktabnahme hob er exzellt über Zerna und drehte zum Jubel ab. Assistent Birnbaum hob aber die Fahne. Eine hauchzarte Entscheidung.

Meuro wollte noch Tore schießen und kam zu erstklassigen Chancen. Abstoß Zerna, Ball von Gerlach auf Schädler und der war weg. Leppin lief mit und Schädler versuchte querzulegen. Das ging aber gehörig schief und der Ball war viel zu unplatziert, sodass Leppin nicht mehr an den Ball kam. Verständlicher Unmut.

Klettwitz, um Ergbniskosmetik bemüht, spielte weiter nach vorne. Woznicas Ball über die Abwehr landete vor den Füßen von Münch, der sein Glück aus der Distanz versuchte. Der Abschluss kam nicht schlecht, war aber zu unplatziert. Zu unplatziert war dann auch der Abschluss von Sals. Schetterers Schlag kam nicht weit genug und ein Klettwitzer Verteidiger verstolperte den Ball an Klix. Der ging in den Strafraum, ließ einen weiteren Gegenspieler stehen und Sals stand am Elfmeterpunkt völlig frei vor dem Tor. Er nahm den Pass direkt und schob ihn am Kasten vorbei. Das hätte sein erstes Tor sein können. Er holte sich direkt danach Tipps von Leppin, wie man psychologisch aus der Situation unbeschadet rauskommt, vergab der doch gegen Annahütte mindestens genauso gute Chancen.

Keine 3 Minuten später hätte es wieder klingeln müssen. Klettwitz mit dem x-ten Ballverlust im Aufbauspiel, Gerlach mit dem x-ten Ball in den Lauf von Schädler und der wollte sein Viertes. Alleine vor Schetterer zog er ab, der parierte und lenkte den Ball noch an die Latte. Den mitgelaufenden und völlig freistehenden Leppin nahm er nicht wahr, was erneut zu verständlichem Unmut führte.

Die letzten beiden Gelegenheiten des Spiel gehörten Klettwitz. Woznica trieb den Ball durchs Zentrum und steckte durch auf Werner. Sein Tempo ausspielend, behielt er im Laufduell mit Großert die Oberhand und kam zum Abschluss. Der wurde von Zerna pariert und im Anschluss gemeinsam geklärt. Kurz vor Ende hatte dann Lehnigk nochmal eine Chance. Freistoß aus 18 Metern und man probierte eine Variante. Der Freistoß wurde abgelegt und die Klettwitzer Nummer 10 drosch das Ding ins Fangnetz. Danach war Schluss. Meuro gewinnt das Amtsderby hochverdient mit 5:1 gegen die Nachbarn aus Klettwitz und freut sich über einen sehr überzeugenden Auftritt, bei dem allein die Chancenverwertung zu wünschen übrig ließ.

Wir bedanken uns beim Schiedsrichter und bei unseren Nachbarn aus Klettwitz für das sehr unterhaltsame Fußballspiel und wünschen maximale Erfolge.