Derbysieg! – Spielbericht MSV – Askania Schipkau II

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Der Meuroer SV kann doch Topspiele und gewinnt das Amtsderby mit 4:1 gegen die Askanen aus Schipkau.

Groß war die Anspannung vor dem richtungsweisenden Spiel gegen den Tabellennachbarn. Bei einer erneuten Niederlage würde man den Anschluss an die Tabellenspitze verlieren. Umso erfreulicher war daher der Blick aufs Personal. Nach wochenlanger Zwangspause feierte El Capitano Gerlach sein lang ersehntes Comeback. Der MSV hatte seinen Fixstern zurück und Gerlach nahm das Zepter des Handelns direkt wieder in die Hand. Er rutschte für Klix in die Startaufstellung.

Was an diesem Tag jedoch noch personell geschah, wird wohl in die Annalen Meuroer Fußballgeschichte eingehen. Es betrat ein Mann den Sportplatz, den hatte man seit etlichen Weihnachtsfeiern nicht mehr gesehen. Der Gang aufrecht, die Tasche lässig über die Schulter geworfen und mit einem Blick versehen, der heute nur einen Ausgang dieses Spiels zuließ. Märker Ro. war zurück. Generationenübergreifend gab es zum ersten Mal 3 Märkers in der Startaufstellung des MSV. Er hütete anstelle des abwesenden Weis das Tor.

Das Spiel begann höchst temporeich und temperamentvoll. Von Minute Eins an ließ Meuro keinen Zweifel daran aufkommen, dieses Derby anzunehmen. Und wie auch gegen Sallgast erwischte die Mannschaft vom Graben einen Start nach Maß. In der 5. Minute setzte sich Schädler auf rechts gegen mehrere Gegenspieler durch und wurde im Strafraum von Manzalawi zu Boden gebracht. Schiedsrichter Rösner zeigte in dieser Szene auf den Punkt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Leppin sicher links unten. Wojtczak war in die andere Ecke unterwegs.

Keine 60 Sekunden später fiel diesmal nicht der Ausgleich, sondern der MSV legte direkt nach. Scheffler bediente in der Zentrale Gerlach, der ließ den Ball, als wäre er nie weggewesen, direkt auf Wendt in den Strafraum tropfen und der tunnelte bei seinem Abschluss Wojtczak. Der Doppelschlag gleich zu Beginn nahm allerdings etwas Tempo aus der Partie. In der Folge hatte Schipkau mehr Ballbesitz und das Spielgerät lief besser, jedoch kam der Gast bis auf einen Freistoß von Rashkaj nicht gefährlich vor das Tor von Märker Ro.

Meuro blieb dran und wollte mit dem 3:0 für die Vorentscheidung sorgen. Klare Torchancen kamen zwar vor, blieben unter dem Strich aber Mangelware. Spielerisch wusste sich die Heimelf mitunter nicht zu helfen und präferierte lange Bälle, um Gefahrensituationen gar nicht erst entstehen zu lassen. Für das Tor Schipkaus wurde es daher nur selten brenzlig. Gerlach hatte nach Standards zwei Kopfballmöglichkeiten, diese gingen aber doch recht deutlich am Gehäuse vorbei. Gefährlicher wurde es dann aber nochmal in Person von Leppin und Wendt. Erstgenannter hatte nach Flanke von Märker Ra. die Chance zum 3:0, als Wojtczak diese unterlief und Leppin völlig frei am Ball vorbei trat. Auch Wendt hätte wenig später das Ergebnis in die Höhe schrauben müssen. Eine erneute Flanke von Märker Ra. nickte Wendt unbedrängt aus 7 Metern neben den Kasten. Direkt danach war Pause. In der Halbzeitansprache fiel sogar das ein oder andere Wort des Lobes für die Schützlinge von Coach Poick. Man warnte jedoch vor der kommenden Offensive des Gastes. Es war immerhin Derby.

Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischte der Gast. In der 50. Minute bekam Rashkaj am linken Flügel die Pille, zog nach innen, wackelte dabei zuerst Liersch und dann Großert aus, blieb vor Märker Ro. cool und schloss überlegt in die kurze Ecke ab.

Wer danach aber ein Anrennen Schipkaus erwartete, wurde bitter enttäuscht. Die Askanen erhöhten weder ihr Tempo, noch entstand der Eindruck, dass der Gast dieses Amtsderby mit allen Mitteln noch rumreißen wollte.

Knappe 6 Minuten nach dem Anschlusstreffer stellte Scheffler den beruhigenden 2-Tore Vorsprung wieder her. Schipkau verlor im Aufbauspiel den Ball an Leppin, der gab ihn direkt auf den am 16er lauernden Wendt und sein Klatscher fand den Torschützen. Der blieb vor Wojtczak eiskalt und schob den Ball in die lange Ecke. Die Messe war danach im Grunde gelesen. Schipkau schien gebrochen und kam in der Folge nur noch ein einziges Mal gefährlich vor das Tor des Gelegenheits-Neuers vom Graben.

Da man Meuro mittlerweile aber ein bisschen kennt, weiß man, dass auch ein 2-Tore Vorsprung noch gar nichts heißt. Man konnte die Nervosität der Spieler des MSV förmlich spüren, man hatte ja etwas zu verlieren.

In den gut 25 Minuten nach Schefflers Tor neutralisierten sich beide Mannschaften. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem Zweikämpfe das Geschehen dominierten. Torchancen gab es kaum. Gefährlich wurde die Heimelf ausschließlich durch Standards. Scheffler hatte nach Ecke noch einmal eine Kopfballmöglichkeit, Leppin traf nach einer schwach geklärten Ecke wieder einmal den Ball nicht richtig und eine von Neumanns Ecken kam sehr gefährlich direkt aufs Tor, Wojtczak kratzte sie aber raus. In der 81. Minute endete das Comeback von Steuermann Gerlach. Für ihn kam Priemer in die Partie.

Die absolute Entscheidung fiel direkt nach Priemer´s Einwechslung. Neumann zog aus 20 Metern ab, Wojtczak konnte den Ball nicht festhalten und der mitgelaufene Leppin staubte ab. Für den Doppeltorschützen betrat kurz danach Sals das Spielfeld. Keine 2 Minuten nach dessen Einwechslung machte er mit einer Direktabnahme fast alles richtig, doch er wollte es zu schön machen und zielte zu genau. Der Ball war gefühlte Stunden in der Luft, fand aber nur den Weg an den Pfosten.
Kurz nach dieser Gelegenheit war Scheffler auf links noch einmal relativ frei, anstatt aber den in der Mitte lauernden Sals anzuspielen, schloss er selbst ab, wobei der Schuss eher für den Oberrang hinter dem Tor gefährlich wurde.

Die letzte Aktion der Partie war dann Schipkau vorbehalten. Nach einem langen Ball auf Alzuhouri war dieser nochmal vor dem Tor des MSV, unter Bedrängnis verlor er aber das 1vs1 gegen Märker Ro.

Danach war Schluss. Der Meuroer SV gewinnt das Amtsderby am Ende verdient gegen spielerisch bessere Askanen und hält den Anschluss an die Tabellenspitze. Festzuhalten bleibt neben dem Erfolgserlebnis auf dem Platz auch die positive Erkenntnis, dass schon zurückgetretene Spieler sich nicht dafür zu schade sind, noch einmal die Tasche zu packen um in der Not dem Verein zu helfen.

Wir bedanken uns beim Schiedsrichter und bei unseren Gästen und Amtsnachbarn aus Schipkau für das spannende, unterhaltsame und faire Spiel und wünschen allen Beteiligten eine erfolgreiche und verletzungsfreie weitere Spielzeit.

Zum Jahresabschluss geht es für Schipkau nächsten Sonntag auswärts nach Altdöbern. Der Meuroer SV hat schon wieder ein Topspiel und gastiert in Crinitz.